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Frauenpower ist angesagt – Töchter sehen alles!
Heute Morgen hat mich meine Tochter mit einem Spruch überrascht. Sie hat gestern gelesen, dass Madonna sich scheiden lässt, Angelina Joli sich von Brad Pitt trennen will und Katie Holmes sich von Tom Cruise distanziert hat. Sie findet das gut. Angelina Joli hat doch was sie will, hat drei Kinder von ihm und Brad Pitt habe damit doch seine Aufgabe erfüllt. Ich habe den Eindruck die ist jetzt schon weiter als ich.
Vor zwei Wochen hat sie ihren Geburtstag mit ihren Freundinnen gefeiert. Ihre Freundin brach plötzlich in Tränen aus, als die Sprache auf die Situation zu Hause kam. Sie hat vor Wut geheult, als sie erzählte wie ihr Vater ihre Mutter behandelt. Wütend auf ihre Mutter, die sich alles gefallen läßt. Ich denke das ist gut so. Nur reden müsste sie darüber – zu Hause mit ihrer Mutter.
Und es sind wieder die Banalitäten, auf die es ankommt. Wir Mütter müssten viel Aufmerksamer sein, viel neugieriger, was die Gefühlswelt unserer Töchter angeht. Was der Freundin meiner aufgefallen war, ist banal. Der Vater benimmt sich immer ganz anders, wenn Besuch da ist. Da räumt er den Tisch ab, ist zuvorkommend und freundlich. Wenn Besuch weg ist, sitzt er auf der Couch und läßt er die Mutter springen.
Mein Ex war genauso. Nach außen den Schein wahren, da war er weltmeisterlich. Ganz wichtig war immer, was andere denken. Ein Schauspieler der Sonderklasse. Er ist übrigens ein erfolgreicher Rechtsanwalt, beeindruckt durch Eloquenz und Belesenheit und Charm. Er ist immer mit vielen Büchern unterwegs, er liest tatsächlich sehr viel, hat immer ein Buch unter dem Arm und liebt es in Hotellobbys zu sitzen, wo er vor dem Abendessen gepflegt seinen Drink nimmt. Total kultiviert. Zu Hause war dann nix mehr mit Kultur, es sei denn es war Besuch da. Er hat mich angespukt, mehrfach. Als ich ihm eine geklebt habe, hat er auf Wahlwiderholungstaste auf seinem Handy gedrückt. “Hilfe meine Frau schlägt mich, was soll ich machen”, röchelte er dem Polizisten ins Ohr. Zurückgeschlagen hat er natürlich nicht. Seine Waffe waren seine Provokationen, seine Worte und dass er immer genau wusste, wo meine Schwächen sind. Dass die Kinder gesehen haben, dass er mich anspukte, damit rechnet er nicht.